Der Streik der Drehbuchautoren

Genauer gesagt, der Streik der Drehbuchautoren die in der Writers Guild of Amerika (WGA) organisiert sind, beginnt, nach aktuellem Stand, am Montag.

Im Blog von Craig Mazin mit dem klingenden Namen The Artful Writer finden sich jede Menge Informationen zum Thema, er war bis September 2006 im Board of Directors der WGA. (Es könnte also sein, dass seine Ansichten nicht vollständig objektiv sind. 😉 )

Im Blogbeitrag The Strike Starts Monday wird bereits diskutiert.

Mal sehen, was passiert.

VOX: Könnte das Team vom Mittwoch bitte auch den Freitag übernehmen?

Jetzt hatte ich gerade Lobeshymnen auf den Mittwoch bei VOX gesungen, und dann das. Theoretisch hat der Sender gerade die 6. Staffel von Crossing Jordan in der Ausstrahlung, theoretisch wie gesagt. Statt der Folge der 6. Staffel, die auf die Folge von letztem Freitag folgen würde, wird gerade eine Folge aus der 5. Staffel ausgestrahlt, bei der einer der Akteure, der am Ende der 5. Staffel ermordet wurde, fröhlich über den Bildschirm hüpft. Die Tatsache, dass noch eine “Tote” mitspielt, lassen wir jetzt einfach mal unerwähnt. :mrgreen:

Falls es dem Team vom Freitag nicht aufgefallen sein sollte: Die 6. Staffel hat einen durchgehenden Handlungsstrang! Nach der Website von VOX ist anscheinend auch nicht geplant die 6. Staffel in der nächsten Zeit auszustrahlen.

Daher nochmals meine Bitte: Würde bitte das Team das den Mittwoch betreut, auch den Freitag übernehmen? Danke.

Law & Order: Criminal Intent vs. The Closer vs. Boston Legal

Die Qualität von Drehbüchern, oder wie sich an einem Mittwoch das Niveau in 3 Schritten steigern kann. Ich habe die Fernseherfahrung vom letzten Mittwoch sicherheitshalber erst einmal sacken lassen, bevor ich mich äußere.

Zuerst ein Lob an VOX für das Mittwochs-Line-Up, Mittwoch ist VOX-Tag.
[Read more…]

Rant: “Medium”, was soll der Haarschnitt?

Momentan läuft auf PremiereDankenswerter Weise in einer vernünftigen Variante, also O-Ton und 16:9. gerade die 3. Staffel der US-Serie Medium. Ich bin schon lange ein Fan der Serie, muss aber gestehen, ich würde mir die synchronisierte Fassung nicht ansehenGleiches gilt für “Desperate Housewives“. Seit die Serie nicht mehr im O-Ton zu sehen ist, interessiert sie mich nicht mehr, die deutschen Stimmen liegen ebenfalls einfach zu weit daneben., da die Stimmen einfach nicht passen; ausserdem würde mir der Akzent von Jake abgehen.

Zurück zum Thema (ich weiss ich bin heute motzig drauf): Wieso lassen sich Frauen ab einem bestimmten Alter einreden, dass kurze Haare “jugendlich” machen würden? Ich denke, dass ich das nie verstehen werde. Sei’s drum die Folge von gestern, Blood Relation, war nicht schlecht, aber die Frisur nervt.

So, genug gemault, zurück zur Arbeit. 😉

Zwei Bücher über das Drehbuch-Schreiben

Diesmal geht es um Bücher über die hohe Kunst des Drehbuch-Schreibens. Die folgenden zwei Bücher fand ich sehr interessant:

  1. Zuerst, der obligatorische Klassiker. An Syd Fields Buch Screenplay: The Foundations of Screenwriting. A Step-by-Step Guide from Concept to finished Script[Amazon Partner-Link] (Oder die deutsche Übersetzung Das Drehbuch – Die Grundlagen des Drehbuchschreibens. Schritt für Schritt vom Konzept zum fertigen Drehbuch[Amazon Partner-Link], wer sich damit wohler fühlt.) scheiden sich die Geister. Die einen sagen “wer dieses Buch nicht gelesen hat, sollte erst gar nicht mit dem Drehbuch-Schreiben anfangen”; die anderen verteufeln das Buch als die ultimative Sünde, die man durch die Lektüre eines Werkes begehen kann.

    Meine Meinung zu dem Buch lehnt sich eher an die erste Gruppe an. Ich habe das Buch schon mehrfach mit Vergnügen gelesenDie englische Ausgabe., und finde immer wieder etwas, was ich entweder verdrängt, oder schlicht und ergreifend vergessen habe. Der Untertitel ist keine Übertreibung, in diesem Buch findet sich ein Kapitel oder ein Abschnitt zu allen Aspekten der Drehbuch-Schreiberei. Wer meint, dass sich das 3-Akt-ParadigmaSetup -> Confrontation -> Resolution (zu deutsch etwa: Einführung -> Konfrontation -> Auflösung) überholt hat, dem muss ich leider entgegnen: “Um eine Regel brechen zu können, muss ich sie zuerst kennen.” Ausserdem sind die Kapitel über die Entwicklung von Charakteren und Spannungsbögen schon allein ein Grund das Buch zu lesen. Gerade in diesen Punkten benutzt Syd Field Beispiele aus bekannten Filmen, deren Drehbücher man sich sowieso zu Gemüte führen sollte. Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die sich mit dem Schreiben eines Drehbuchs auseinandersetzen wollen.

  2. Über das Buch Vor dem Dreh kommt das Buch. Die hohe Schule des filmischen Erzählens[Amazon Partner-Link] von Michael Schneider (genauer gesagt Dr. phil. Michael Schneider, soviel Zeit muss sein) bin ich eher durch Zufall gestolpert, bin diesem Zufall aber sehr dankbar. Auch in diesem Buch wird die Entwicklung eines Filmstoffs sehr anschaulich beschrieben. Auch hier wird auf das 3-Akt-Paradigma eingegangen (also ist Syd Fields Ansatz anscheinend doch nicht so verwerflich). Ich hatte mir dieses Buch hauptsächlich gekauft, um Unterschiede in den Ansätzen aus der angelsächsischen und der deutschen Herangehensweise zu finden. Diese sind allerdings eher subtil. Auch dieses Buch ist meiner Meinung nach sehr empfehlenswertUm eines klarzustellen, ich muss mich über den Kauf eines Buches extrem geärgert haben, um einen Verriss zu schreiben. Ich halte es mit “wenn ich nichts gutes über ein Buch zu sagen habe, dann erwähne ich es eben nicht”. Somit stehe ich hinter allen Büchern die auf diesem Blog erwähnt werden, wenn mal ausnahmsweise nicht, ist das klar zu erkennen..

Das wären meine Tips für Bücher über das Entwickeln eines Filmstoffes und dessen Transformation in ein Drehbuch. Wie immer der Hinweis: Wortjongleusen und -jongleure sollten sich mit allen Aspekten des Schreibens befassen, es gibt immer etwas zu entdecken.

[Diese zwei Bücher sind natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich lese gerade ein Buch, welches bei der Entwicklung von Geschichten anscheinend einen leicht anderen Ansatz verfolgt. Demnächst mehr auf diesem Bildschirm. 😉 ]

Drehbuch: Law & Order: Criminal Intent

Den meisten Krimi-Fans wird die Serie Law & Order: Criminal Intent[imdb] vermutlich etwas sagen, der Spin-Off von Law & Order[imdb] läuft immerhin schon in der 7. StaffelNein, nicht bei uns, in den USA. Hier kann man die Serie nur bis zur 5. Staffel sehen. Aber das ist ein anderes Problem..

Was unterscheidet nun diese Serie von vielen anderen Krimiserien die momentan ausgestrahlt werden? Exzellentes Character-Development, gute Schauspieler(innen) und glaubwürdige Plots. Klingt zu einfach? Ist aber, meiner Meinung nach, der Grund für den Erfolg der Serie. Detective Robert Goren, gespielt von Vincent D’Onofrio[imdb], wirkt, in seiner – manchmal fast autistischen – Art nicht nur sympathisch, sondern man glaubt ihm auch Sätze wie, “Dieses Messer wird nur noch von einem Schmied in Norwegen hergestellt, sein Vorname ist Olaf”. Derartige Dinge funktionieren nur, wenn das Drehbuch Einstellungen und Dialoge vorsieht, die ein derartiges Wissen auch glaubwürdig erscheinen lassen. Seine Partnerin, Detective Alexandra Eames, gespielt von Kathryn Erbe[imdb], wird geschickt als “Gegengewicht” eingesetzt; nicht als “Sidekick” die mit grossen Anime-Augen dem Meister lauscht, sondern als jemand die zur Lösung des Falles ihren Teil beiträgt. Auf diese Weise wird verhindert, dass D’Onofrio als unsympathischer Streber-Typ erscheint. Abgerundet wird das Team durch Captain James Deakins, gespielt von Jamey Sheridan[imdb], und Staatsanwalt Ron Carver, gespielt von Courtney B. Vance[imdb], zwei Charaktere die, bei Bedarf, entweder unterstützend oder als Gegenspieler eingesetzt werden können, wenn die Handlung es erfordert.

Die Plot-Lines sind in den meisten Fällen so geschrieben, dass die Zuschauer(innen) eben nicht das Gefühl haben, dass – in letzter Sekunde – irgendein(e) Verdächtige(r) aus dem sprichwörtlichen Hut gezogen wird, um den Fall in den vorhandenen 43 Minuten zu Ende zu bringen. Die Handlung baut sich auf glaubwürdige Weise immer weiter auf, bis der Fall eben gelöst wird. Damit unterscheidet sich “Law & Order: Criminal Intent” allerdings etwas von “Law & Order”, da in der ursprünglichen Serie die Fälle nicht immer “gut” ausgehen. Also spannende Unterhaltung für Krimi-Fans mit hohem Wiedersehenswert. Wer sich dafür interessiert wie man gute Drehbücher schreibt, sollte sich die Serie auf jeden Fall auch unter diesem Gesichtspunkt ansehen. Sie ist nicht immer perfekt, aber das kann man auch nicht erwarten.

Ich enthalte mich momentan einer Bewertung der alternativen Besetzung ab der 5. Staffel, hier wechselt das Ermittlerteam wöchentlich zwischen den Darstellern der vorherigen Staffeln und dem Team bestehend aus Detective Mike Logan, gespielt von Chris Noth[imdb], und Detective Carolyn Barek, gespielt von Annabella Sciorra[imdb]. Es ist nicht so, dass mir die Folgen nicht gefallen würden, aber ich bin mir nicht sicher, was ich von dem Character-Development der Alternativ-Besetzung halten soll, wenn ich mir ein Urteil gebildet habe, werde ich darüber schreiben.

Die Serie ist auf einigen deutschen Kanälen immer wieder mal zu sehen, momentan auch auf 13th Street im Digital-Fernsehen, dort läuft gerade wieder einmal die 1. Staffel, dankenswerter Weise ohne lästige Dinge wie O-TonWer Ironie findet, darf sie behalten.. Auf der US-Website bei NBC finden sich noch mehr Informationen zur SerieDen Klick auf “Watch Episodes” kann man sich allerdings sparen, Globalisierung ist nur gut wenn sie nichts mit Fernsehen zu tun hat..

Synchronisiert, OmU oder O-Ton?

Dieser Beitrag beschäftigt sich mit den Problemen der Übertragung eines fremdsprachigen Textes ins Deutsche.

Nichts gegen gut gemachte Übersetzungen, zu dem Thema hat sich der Übersetzer Burkhart Kroeber im Interview Es geht nicht nur um Wörter, sondern auch um Stil bereits geäussert. In diesem Fall ist es die Aufgabe des Übersetzers / der Übersetzerin die Inhalte und Stimmungen eines Buches zu übertragen.

Synchronisieren, eine andere Art der Übersetzung

Wenn es nun aber um Filme oder TV-Serien geht, wird das Ganze etwas komplexer. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass – wenn jemand der Sprache in der ein Film gedreht wurde nicht mächtig ist – eine gewisse Hilfestellung benötigt wird, aber dann bitte richtigWie in sorgfältig übersetzt und dem Sinn entsprechend.. Gerade dieses richtig stellt den / die Übersetzer(in) aber vor Probleme, die man beim Übersetzen eines Buches nicht hat; Papier ist geduldig, wie es so schön heisst. Wenn ein Buch durch eine fachgerechte Übersetzung ein wenig länger wird, stellt das meist kein Problem dar. (Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass Bücher, die vom englischen ins deutsche übersetzt werden, immer ein paar – oder auch ein paar mehr – Seiten länger werden. Umgekehrt werden es normalerweise ein paar Seiten weniger.) Bei den bewegten Bildern wird es schon schwieriger. Hier spielt der Faktor Zeit eine gewichtige Rolle, soll heissen, man kann in einer Szene nur eine gewisse Anzahl Wörter unterbringen. Wenn diese Szene nun aber in Englisch gedreht wurde, dann hat sie auch ein englisches Timing. Das bedeutet, wenn die korrekte Übersetzung ins Deutsche ein paar Wörter mehr benötigt, hat man ein Problem.

Nur ist dieses Problem hausgemacht. In vielen Ländern werden Filme einfach mit Untertiteln versehen; nicht so im deutschsprachigen Raum. Hier wird synchronisiert. Ohne die Leistung der Beteiligten schmälern zu wollen, die Synchronfassung ist nun mal keine eins zu eins Kopie des Originals. Sie ist als eigenständige Variante zu verstehen. Es beginnt mit der Tatsache, dass im angelsächsischen Raum der Ton am Set aufgenommen wird. Dabei wird bei Aussenaufnahmen die Atmosphäre des Drehorts mit eingefangen; letztere geht aber bei der Synchronisation meist verloren. Vermutlich sind technische Schwierigkeiten einer der Gründe, aber jede(r) die / der einen Film im O-Ton und anschliessend synchronisiert ansieht, wird mir das bestätigen können. Also stellt sich die Frage, warum im deutschsprachigen Raum immer synchronisiert werden muss. (Ein flammendes Plädoyer für die Ausstrahlung OmU (Original mit Untertiteln) findet sich im Beitrag Plädoyer für OmU).

Digital würde es gehen, aber …

Die schöne neue, digitale Medienwelt erlaubt die Ausstrahlung mit mehreren Tonspuren und auch das Einblenden von Untertiteln. Man kann sich also aussuchen, was man hören möchte und ob man dabei Unterstützung benötigt. Auf Nachfragen reagieren die deutschen Sender meist mit einer, mir unverständlichen, Aggressivität. “Das interessiert doch keinen”, “wir haben die entsprechenden Rechte nicht”, usw. bekommt man dann zu hören. Wenn es niemanden interessieren würdeEs wird also impliziert, dass ich und der grösste Teil meines Freundeskreises “niemand” sind?, dann wundert mich das Vorhandensein von vorgefertigten Textbausteinen in den E-Mails aus den Redaktionen. Die entsprechenden Rechte lassen sich übrigens von den gleichen Leuten käuflich erwerben, von denen man auch die Rechte für eine rein deutsche Ausstrahlung kaufen kann – nur so als Tip.

Erfreulich ist in diesem Fall, dass der Pay-TV-Sender “Premiere” dazu übergegangen ist, immer mehr Filme und Serien optional im O-Ton auszustrahlen. Ich weiss, dass eine O-Ton-Ausstrahlung von den Rechten her teurer ist, als die Ausstrahlung mit Untertiteln; was hindert also die frei empfangbaren Sender daran, auf ihren digitalen Kanälen OmU auszustrahlen? Für die DVD-Verwertung existieren die entsprechenden Varianten doch sowieso, es müsste also nichts extra produziert werden. Ich vermute, es handelt sich um einen Fall von “weil wir nicht wollen” (Fussaufstampf). Da ich dieses Rätsel vermutlich nicht so schnell lösen werde, habe ich mich (momentan) mit der Situation abgefunden – was mich allerdings ärgert, sind schlampige Übersetzungen (egal ob beim Synchronisieren oder auf Papier).

Vermeidbare Stilblüten

“Am Ende des Tages”
O-Ton: “… at the end of the day.”
Bedeutet “schlussendlich”, “schliesslich”, “letztendlich”
Hierzu ist noch anzumerken, dass dieser (falsch übersetzte) Ausdruck mittlerweile auch schon Eingang in den deutschen Sprachraum gefunden hat, und manche Bevölkerungsgruppen sinnlos unter Stress setzt: “Wir müssen das am Ende des Tages in den Griff bekommen!” Heute noch? 😉

“Ihr Verlust tut mir Leid.”
O-Ton: “I’m sorry for your loss.”
Bedeutet korrekt übersetzt einfach “mein herzliches Beileid”.

“Eine letzte Sache noch …”
O-Ton: “One last thing …”
Gemeint ist “einen hab ich noch” oder “zum Abschluss …”.

“Das Leben ist ein Strand.”
O-Ton: “Life’s a beach”
Habe ich nur einmal gehört und lag wahrscheinlich am billigen Outsourcing; sowas passiert nun mal wenn man am falschen Ende spart und hofft, dass niemand etwas bemerkt. Dafür muss ich etwas ausholen, der Spruch lautet eigentlich “Life’s a bitch and then you die.” Locker übersetzt: “Das Leben ist beschissen und danach stirbt man eh.” “Life’s a beach” ist also nur eine Verballhornung des – zugegebenermassen relativ negativen – Spruchs, soll ihm also eine positive Note geben; Leben als Strandspaziergang sozusagen. Durch den Bezug auf das eigentlich Negative, aber einfach nicht sauber zu übersetzen, wie eigentlich alle Wortspiele.

Jetzt folgen Beispiele aus neuerer Zeit die mich in meiner Haltung bestärken, weiterhin zumindest auf OmU zu dringen:

Star Trek: Raumschiff Voyager – Der Fürsorger Teil 2:
“Sie dürfen niemals die Kontrolle über diese Installation erlangen.”
O-Ton: “They mustn’t gain control over this installation.”
Installation = Einrichtung, Aufbau, Anlage

Jetzt noch zwei Fundstücke, bei denen nicht von Synchronisieren im eigentlichen Sinne die Rede ist, es handelt sich um Sendungen mit so genanntem Voice-Over, also einer Stimme aus dem “Off” die über den eigentlichen Ton (immer noch hörbar, wenn man sich konzentriert) gelegt wird. Hierbei spielt die Länge des Textes also eine eher untergeordnete Rolle, da eben nicht lippensynchron gesprochen werden muss.

Der Kustomizer:
“… alle finden Natalie attraktiv …”
O-Ton: “… all men are attracted to Natalie …”
to be attracted = sich hingezogen fühlen
(OK, könnte man zur Not noch durchgehen lassen, aber trotzdem …)

Reisebericht London:
“Hier ist der Platz dies zu tun”
O-Ton: “Here’s the place to do it”
the place to do it = wenn schon dann hier (flapsig übersetzt)

Fazit: Wenn ihr schon nicht wollt, dann bitte …

… ein bisschen mehr Mühe geben. Es existieren durchaus Produktionen, die – entgegen landläufiger Meinung – als Kulturgut zu betrachten sind; sie verdienen eine sorgfältige Behandlung. Danke.

Bonus: Der Mythos um “Die Zwei”

(Der Nachfolgende Text ist für eine Fussnote zu lang, wenn man nicht gerade Jonathan Stroud oder Susanna Clarke heisst.) Ein immer wieder zitierter Mythos bezüglich Synchronisation, ist die TV-Serie The Persuaders!, auf Deutsch Die Zwei. Auch im verlinkten Artikel auf Wikipedia wird wieder die Mär kolportiert, dass die Serie nur durch die Synchronisierung erfolgreich war. Da “Premiere” die Serie vor kurzem im O-Ton ausgestrahlt hat, erlaube ich mir hier meine (unmassgebliche) Meinung kundzutun.

Wer sich die Serie in beiden Tonspuren zu Gemüte führt, wird meine These vom Anfang des Artikels bestätigt finden: Es handelt sich um zwei eigenständige Varianten. (Den Punkt bitte laut lesen.) Die deutsche Synchro passt in den Zeitgeist der bei der Produktion der Variante herrschte; nett, aber heutzutage klingt das Ganze etwas angestaubt durch die Verwendung von Sprüchen, deren Humor sich nur noch den Älteren Zusehern(innen) erschliesst. Das Original hingegen besticht durch zeitlosen, angelsächsischen Humor und lässt sich auch heute noch mit Vergnügen ansehen. Wer den gestreuten Gerüchten glauben schenken möchte, dass die Serie völlig humorlos daherkam, Bitte, jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Es wäre nur schön, wenn uns die Sender auch die Möglichkeit bieten würden, dass sich jede(r) diese eigene Meinung auch wirklich objektiv bilden könnte, oder?