Outlining: Sofort löschen oder später?

Ein kurzer Update zum Beitrag Outlinen Sie schon oder kämpfen Sie noch mit Zetteln?.

Im Sinne der Getting Things Done-Methode sollte man zwei Dinge stets beherzigen:

  1. Wenn man etwas erledigt, das nicht in der Liste steht, dann sollte man es dazuschreiben und abhaken. Nur so bekommt man das Gefühl voranzukommen.
  2. Die erledigten Aufgaben würde ich erst am Abend oder am nächsten Morgen löschen, auch das trägt dazu bei ein Gefühl dafür zu bekommen, was man geschafft hat.

Happy outlining.

Outlinen Sie schon oder kämpfen Sie noch mit Zetteln?

Sowohl beim Schreiben eines Buches, eines Artikels oder auch bei den täglichen Aufgaben kann uns Wortjongleuren und -jongleusen die Benutzung eines so genannten Outliners helfen. Inspiriert durch ein Interview mit Andy Ihnatko bei Mac Power Users habe ich beschlossen das Programm OmniOutliner Pro einmal in der täglichen Arbeit zu testen.

[Read more…]

Background Checks aus Schriftsteller(innen)-Sicht (Teil 1)

Wenn wir, als Wortjongleure und -jongleusen, einen Charakter überzeugend in einem Drehbuch, Buch oder einer Kurzgeschichte beschreiben möchten, dann bleibt uns eine Tätigkeit nicht erspart, die auch die Vorbereitung eines jeden Interviews darstellt: Der Background Check.

Unter einem Background Check versteht man die Recherche über eine Person. Uns interessieren hierbei aber größtenteils nicht die Informationen, hinter denen Banken, Versicherungen und/oder potentielle Arbeitgeber her sind; wie gesagt, größtenteils. Es kommt auf den Zweck des Background Checks, beziehungsweise auf das Material welches wir erstellen wollen, an. Wenn es sich um eine reale Person handelt, ist Arbeit angesagt; wenn es sich um eine fiktive Person handelt, dann ist Arbeit und Phantasie gefragt. Die Vorgehensweise ist in beiden Fällen ähnlich.

Im Falle von fiktiven Personen teilt sich das Lager der Wortjongleure und -jongleusen:

  • Die einen lehnen es ab, sich am Anfang mehr als das Geschlecht und einen Namen einfallen zu lassen.
  • Die anderen erstellen einen regelrechten Lebenslauf, der bei der Kindheit beginnt, und in der Geschichte weitergeführt wird.
  • Wieder andere suchen sich – je nach Bedarf – einen Mittelweg.

Ersteres Vorgehen erlaubt es uns, den Charakter erst im Laufe der Geschichte mit Leben und einer Vergangenheit zu bestücken. Man hat also vollständige kreative Freiheit. Manche Autoren(innen) sagen: “Die Figur hat sich eigentlich selbst geschrieben, und nach und nach eine Art Eigenleben entwickelt.” Dieses Zitat stammt zwar von Piers Anthony, ich habe es aber schon häufiger in der einen oder anderen Form gehört. Der Nachteil hierbei, man muss höllisch aufpassen, dass man sich nicht “vergaloppiert”.

Im Falle eines Romans oder einer Kurzgeschichte behält man zwar meist den Überblick, aber wohin dieser kreative Umgang mit Charakteren führen kann, wenn es sich um eine Fernsehserie oder eine Reihe von Romanen handelt, lässt sich beispielsweise an der Serie Friends beobachten. In einer der ersten Staffeln spricht Phoebe Buffay (Lisa Kudrow) fliessend Italienisch, in einer späteren Folge versteht sie kein Wort als sie auf Italienisch angesprochen wird. Derartige Beispiele lassen sich öfter finden.

Im zweiten Fall starten wir zwar mit wesentlich mehr Arbeit, haben aber für später den Vorteil, dass man bei Entscheidungen die eine Person zu treffen hat, oder der Reaktion eines Charakters auf ein Vorkommnis, auf ein Grundgerüst zurückgreifen kann. Falls man sich aber später dafür entscheidet die Vita des Charakters aus dramaturgischen Gründen zu ändern, dann bleibt nur das Vorgehen wie im ersten Fall: Wir müssen die Geschichte auf Inkonsistenzen abklopfen.

Das Vorgehen im dritten Fall ist, wie gesagt, ein Mittelweg. Es hat ja auch niemand behauptet, dass wir den Lebenslauf vollständig ausarbeiten müssen; er kann durchaus im Laufe der Handlung wachsen. Man sollte dann nur nicht vergessen, alles Wichtige zu dem Lebenslauf hinzuzufügen. Der Vorteil bei dieser Vorgehensweise liegt auf der Hand: Wenn man relevante Reaktionen und/oder deren Beweggründe in einem Character-Sheet notiert, dann kann sich der Charakter entwickeln, und der “Lebenslauf” wächst mit.

Diese Grundlagen sollten für den ersten Teil genügend Stoff zum Nachdenken bieten. Mit-Wortjongleure und -jongleusen sind herzlich eingeladen ihre Meinung und/oder Vorgehensweise über die Kommentarfunktion beizusteuern.

Wie man Geistesblitze notieren kann, ohne die aktuelle Tätigkeit zu unterbrechen

Wer einen Einfall für eine Szene oder einen Artikel hat während man eigentlich an etwas ganz anderem schreibt, ist mit einem Problem konfrontiert: Wenn man die Idee nicht zumindest in Stichpunkten notiert, könnte sie verschwinden, oder man versucht, wenn man später Zeit hat, die geniale Formulierung aus den hintersten Ecken des Gehirns wieder hervorzuholen (klappt meistens nur bedingt – der eigentliche Geistesblitz war immer besser).

Wortjongleure und -jongleusen können sich für derartige Fälle einen Lösungsansatz der GTD-Gemeinde zunutze machen: Man benutzt mehrere (Text-)Dateien um Dinge zu notieren und verfrachtet deren Inhalte einfach später an die richtigen Stellen (auch sehr hilfreich für Einkaufslisten 😉 ).

Das Ganze lässt sich natürlich auch “analog” erledigen, ich habe in der ganzen Wohnung an strategischen Stellen Legal Pads und Stifte herumliegen, aber wenn man eh schon am Computer sitzt…

Für Macintosh-Benutzer(innen) gibt es natürlich auch noch eine sehr elegante Lösung, das Programm heisst Quicksilver und erlaubt es, den Rechner in vielen Fällen mit der Tastatur, statt mit der Maus zu bedienen. Die Vorgehensweise habe ich in Quicksilver: Text an eine Text-Datei anhängen beschrieben.

Die Benutzung des Programms ist beim Wortjonglieren auch noch aus einem anderen Grund sehr praktisch: Es erlaubt die Steuerung von iTunes ohne in das Programm zu wechseln. Die Tastenkombination Leertaste hält die Wiedergabe an oder startet sie, und springt zum nächsten Titel in der Wiedergabeliste.

Wie ein Fantasy-Buch entsteht: Firefly Island von Daniel Arenson

Im Podcast Writing Fantasy, with Daniel Arenson von The Writing Show beschreibt der Autor Daniel Arenson die Entstehung seines Buchs “Firefly Island”. Es geht um die Entwicklung der fiktiven Welt, wie die Charaktere erschaffen wurden, und wie er die Geschichte an sich aufgebaut hat. Sozusagen ein Blick hinter die Kulissen, Dauer ca. 45 Minuten.

Neu in der Blogroll: Media Artist Secrets

Ich höre den Podcast Media Artist Secrets von Franklin McMahon seit Folge 10, vor kurzem ist die Folge 71 veröffentlicht worden. Das Thema des englischen Podcasts ist für alle “Media Artists” relevant, Franklin beschreibt seine Sicht der Dinge über den kreativen Prozess, Verhandlungen mit Kunden, Kundenbindung, Arbeitstechniken, etc. Interessant ist der Podcast für alle die kreativ arbeiten, es ist für jede(n) etwas dabei. Warum der Mann weiss wovon er redet, erklärt sich durch seine Vita.

Bei “Media Artist Secrets” handelt es sich um einen der zwei Podcasts, deren gesammelte Folgen ich nach dem Anhören nicht lösche, sondern archiviere ((Über den anderen werde ich bei Gelegenheit berichten.)). Ausserdem war es einer der ersten Podcasts in meinem iTunes. Man sollte sich, bei Interesse, übrigens den Podcast im Podcatcher der Wahl abonnieren, da die Folgen nicht regelmässig erscheinen; so verpasst man nichts.

Neueinsteigern(innen) würde ich empfehlen, die Folgen ab Ausgabe 1 an zu hören. Man kann zwar jederzeit einsteigen, aber bis jetzt hatte jede Folge etwas interessantes zu bieten.

Das Schreiben: Analoges Schreiben organisieren

Ich bin gerade über den Beitrag Flüchtige Ideen festhalten gestolpert, es geht darin um das Problem Ideen so festzuhalten, dass man sie auch wiederfindet. Bei der Lektüre wurde ich daran erinnert, dass ich noch einen Beitrag zum Thema in der Pipeline habe, also: Wie organisiert der Wortjongleur seine analogen Notizen?

Ich benutze ein NotizbuchMeine Präferenz liegt bei “Moleskine”, aber das Ganze funktioniert mit jedem Notizbuch. und organisiere den Inhalt wie folgt:

  1. Ich nummeriere die Seiten, also ein paar leere Seiten im voraus um mich beim Schreiben nicht darum kümmern zu müssen.
  2. Wenn ich etwas notiere, dann schreibe ich einen Stichpunkt oder ein Schlagwort zum Thema auf die letzten Seiten und die Seitennummer auf der die eigentliche Notiz liegt.
  3. Wenn weiteres Material zu einem Thema hinzukommt, dann schreibe ich die entsprechende Seitenzahl einfach zu dem Stichwort am Ende des Notizbuchs dazu.
  4. Wenn das Notizbuch voll ist, dann werden aktuelle Themen in den “Nachfolger” übertragen, und das Notizbuch, versehen mit “von bis” Datum auf dem Buchrücken, ins Regal gestellt.


Dieses Vorgehen hat einige Vorteile, man findet die Notizen schnell wieder, man muss nur ab und zu das Inhaltsverzeichnis auf Doubletten überprüfen und diese zusammenführen. Ich kann für diese geniale Idee allerdings nicht die Urheberschaft reklamieren, sie stammt aus einem Interview mit Martin Walser. Herr Walser benutzt allerdings BlindbändeIn der gehobenen Belletristik is es üblich, einen so genannten “Blindband” herzustellen. Ein Buch, welches dem Endprodukt entspricht, aber noch keinen Text auf den Seiten hat. Sozusagen ein, je nach Buch, relativ dickes Notizbuch. und keine Notizbücher.

Das Schreiben – Praxis: Wie schreibt der Wortjongleur?

Auf “Daily Writing Tips” wird im Beitrag Write First, Edit Later darauf hingewiesen, sich zuallererst auf das Schreiben an sich zu konzentrieren. Aus meiner Tätigkeit als Wortjongleur kann ich das nur unterschreibenLahm aber nötig. Ich komme in einem späteren Beitrag noch auf dumme Wortspiele zurück; vor allem auf ihren Nutzen beim kreativen Schreiben.. Da ich das Thema sowieso behandeln wollte, ein paar Anmerkungen aus der (eigentlich meiner) Praxis; oder eben: “Wie schreibt der Wortjongleur?”

Schreiben ist ein Prozess mit mehr oder weniger definierten Abläufen. Das klingt jetzt aber nicht sonderlich kreativ, oder? Meine Erfahrung ist: Es kommt darauf an was man daraus macht. Jede Idee zu einem Artikel, zu einer Kurzgeschichte, zu einem Roman, usw. ist am Anfang nun mal nicht mehr als eine Idee, diese will ausgearbeitet werden. Also sieht der Prozess jetzt wie folgt aus:

Schreiben: Idee -> Ausarbeitung

Ich tendiere dazu immer ein Notizbuch mit mir herumzuschleppen, und notiere jede Idee darin. Egal wie absurd sie auch sein mag. Wenn mir der Gedanke nach nochmaligem durchlesen nicht allzu abstrus vorkommt, verfolge ich ihn weiter (siehe auch “Weitere Schreibtechniken” in Das Schreiben – Kreativität: Aufzucht und Hege (Teil 2)). Je nach Komplexität der Idee folgt nun die Recherche -> mit den Ergebnissen erstelle ich MindMaps -> und erzeuge eine grobe Struktur. Ein Prozess – auch wenn die Bezeichnung wenig kreativ klingt. Auch hier wende ich das “write first, edit later”-Prinzip bereits an. Mind-Maps sind eine Art von Brainstorming, man sollte bei ihrer Erstellung erst einmal nicht korrigierend eingreifen, sondern alles vermerken, was einem durch den Kopf gehtWortjongleusen und -jongleure sollte niemals das eigene Unterbewusstsein unterschätzen. Ich habe schon in so mancher Mind-Map später Dinge gefunden, die sich als mehr als brauchbar erwiesen haben, an die ich aber zuerst eigentlich nicht gedacht hatte.. Danach beginne ich mit dem Schreiben.

Schreiben: Ausarbeitung -> Erster Entwurf

Wenn ich eine ausgearbeitete Idee das erste Mal als Text zu Papier – oder auf den Bildschirm – bringe, achte ich zwar bereits auf Formulierungen, versuche aber trotzdem zuerst die gesamte Idee in Worte zu fassen. Dieses Vorgehen halte ich für extrem wichtig. Beim Schreiben braucht man das Gefühl vorwärts zu kommen. Den Fluss der Ideen zugunsten einer gekonnten Formulierung zu unterbrechen, bewirkt im ungünstigsten Fall, dass man den “Faden” verliert. Im Prinzip kann man das ganze, man verzeihe mir die Anleihe aus der griechischen Mythologie, mit dem Faden im Labyrinth vergleichen; man kann sich zwar verlaufen, aber der Faden erlaubt es auch, die eigenen Schritte zurückzuverfolgen. Soll heissen, unglückliche Formulierungen oder Satzkonstruktionen lassen sich auch später beheben; jetzt geht es darum, das “grosse Ganze” im Auge zu behalten.

Schreiben: Erster Entwurf -> Erste Überprüfung

Erst jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, sich um Details zu kümmern. Die Idee liegt als vollständiger Text vor, jetzt lese ich alles noch einmal im Zusammenhang und beginne mit den ersten Korrekturen. Wenn diese abgeschlossen sind, wird das Fenster geschlossen oder der Block beiseite gelegt.

Schreiben: Erste Überprüfung -> Kaffee oder Tee

Nach der ersten Überprüfung steckt man so tief im Thema, dass man manchmal den “Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht”. Die Überschrift ist natürlich nur ein Vorschlag – bei mir hilft es. Es geht nur darum ein wenig Abstand zu gewinnen.

Schreiben: Kaffee oder Tee -> Korrekturen

Mit dem nötigen Abstand lese ich mir das Ganze noch einmal durch, jetzt finden auch Korrekturen am Satzbau, der Wortwahl, usw. statt. Ein ökologisch nicht ganz einwandfreier Tip: Mancher Blödsinn fällt mir eher auf, wenn ich den Text in gedruckter Form vor mir habe. Soll heissen, zumindest in meinem Fall hilft es, wenn sich die Optik des Textes verändert. Auf diese Weise verhindere ich auch, dass ich sofort mit dem Umschreiben beginne, anstatt weitere Unstimmigkeiten zu suchen.

Schreiben: Korrekturen -> Umschreiben

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem ich mich von so mancher liebgewonnenen Satzkonstruktion wieder trennen muss. Ähnlich wie ein Cutter beim Film, versuche ich jetzt festzustellen, was die Handlung oder das Thema weiterbringt, und auf was man ebensogut verzichten kann. Nicht nur bei Geschichten sollte man sich zusätzlich die Mühe machen nachzusehen, ob man irgendwelche Klischees bedient, anstatt vernünftig zu formulieren. Oder auch der umgekehrte Fall, je nach Ausrichtung des Textes, überprüfen, ob man ein Klischee ausgelassen hat. 😉

Schreiben: Umschreiben > Abstand!

Nun versuche ich wieder Abstand vom Text zu gewinnen. So manche Formulierung wirkt, mit dem nötigen Abstand, bei weitem nicht mehr so eloquent wie zum Zeitpunkt ihrer Entstehung. Ernsthaft.

Schreiben: Abstand -> Endkontrolle oder “Final Draft”

Jetzt, liebe Wortjongleusen und -jongleure bewegen wir uns auf einen Punkt zu, den viele unserer Gattung fürchten: Noch eine Überprüfung, und wir müssen den Text aus der Hand geben. Entweder, weil die Lektorin / der Lektor bereits auf den Text wartet, oder weil wir ihn eben irgendwann auch veröffentlichen sollten / wollten. Ich lese den Text nochmals in ausgedruckter Form, wobei ich darauf achte, dass ich auf dem Ausdruck genügend Platz für Korrekturen oder Notizen habe. Dann nehme ich die letzten Korrekturen vor und liefere ab. (Der Zustand des Textes bei Ablieferung an einen Verlag, oder ein Filmstudio im Falle eines Drehbuchs, wird als “endgültiger Entwurf”, als “final Draft”, bezeichnet, da er noch von weiteren Personen beurteilt, bzw. korrigiert wird.)

Schlussbemerkung

Die beschriebene Vorgehensweise habe ich mir angewöhnt, als ich mit dem Schreiben begannDass dabei ein Federkiel zum Einsatz kam, ist ein Gerücht!, sie hat sich für mich als praktikabel erwiesen und erlaubt mir, meine Tätigkeit als Autor zu strukturieren. Ich würde sie auf keinen Fall als einzigen Weg betrachten, aber für mich funktioniert sie.

Dieser Beitrag gehört zur Serie “Das Schreiben”, weitere Beiträge zum Thema finden sich in der Rubrik Schreiben und / oder Kreativität.

Auf der Suche nach Ideen?

Nur ein Quickie um die Kreativität zu stimulieren. Wenn man beim Schreiben nach Ideen sucht oder sich nur kurz mal ablenken möchte, dann hätte ich hier einen TipDas zweite “p” in diesem Wort kann ich nach wie vor nicht schreiben, es sei denn, ich werde gezwungen, sorry..

Man benutzt den zweiten Tip aus Tips vom Wortjongleur bei Schreibblockaden und gibt die Worte in die Suchfunktion von Google oder einem Browser ein. Die Ergebnisse reichen von erstaunlich bis zu bizarr und sollten im ungünstigsten Fall für eine kurze Ablenkung, und im günstigsten Fall für eine gute Idee ausreichen.

Ein Beispiel: Scrap, Noodle, und Plant haben mich auf eine Website geführt, auf der eine Nudelfabrik zum Kauf angeboten wurdeIch hatte eine englische Zeitschrift benutzt.. Leider war nichts über “Nudel-Pflanzen” zu finden, aber für diese Idee hätte ich Google auch nicht gebraucht. 😉

Das Schreiben – Kreativität: Aufzucht und Hege (Teil 2)

Achtung dieser Beitrag ist bereits mit dem gleichen Titel hier auf TechNovelty.de publiziert worden. Er erscheint hier aus den genannten Gründen nochmals.

Dies ist der zweite Teil des Beitrags Das Schreiben – Kreativität: Aufzucht und Hege, weitere Teile werden folgen. Alle Teile haben als Überschrift immer den Bestandteil “Das Schreiben”, damit lässt sich leichter danach suchen. Diesmal geht es (noch) stärker um den “Hege”-Aspekt, also was wir tun können, um das zarte Pflänzchen Kreativität beim Wachsen und Gedeihen zu stärken.

Einen grossen Einfluss hat die

Die Arbeitsumgebung

Während des Schreibens sollten wir uns nur mit Dingen umgeben, die mit dem Thema zu tun haben, an dem wir gerade arbeiten. Es ist wenig hilfreich, sich Informationen über andere Projekte, die später bearbeitet werden sollen, in Sichtweite des Arbeitsplatzes zu legen; wenn man erinnert werden möchte, sollte man ein Kalender-Programm benutzen. Nur um das klarzustellen, ich bin kein Verfechter des “Leeren Schreibtisches”, ich brauche mein kreatives Chaos, sonst kann ich nicht arbeiten. Ich achte nur darauf, dass Objekte die oben liegen auch etwas mit dem Thema zu tun haben, an dem ich gerade schreibe. Über die Wirkung von Musik hatte ich ja im ersten Teil bereits berichtet. Wenn das “Drumherum” in Ordnung ist, sollten wir noch auf ein paar Kleinigkeiten achten, die uns am Bildschirm ablenken können.

Vermeidbare Ablenkungen

Während des Schreibens sollte man die Abruf-Frequenz des Mail-Clients auf ein erträgliches Maß reduzierenWer seinen Mail-Client auf einer Abruf-Frequenz von fünf Minuten oder weniger hat und meint anders nicht leben zu können, der / die sollte sich das mit dem Schreiben eventuell noch einmal überlegen. Manche sinnvollen Satzkonstruktionen dauern sonst in der Komposition länger als der Zufluss von neuen, ablenkenden Nachrichten., oder ihn ganz abschalten. So schön es sein mag immer erreichbar zu sein, wenn man beim Schreiben durch die Anzeige der ungelesenen Mails den Faden verliert, dauert das Aufnehmen des Selbigen einfach länger. Wenn man dann auch noch der Neugier nachgibt und anfängt die Überschriften der eingegangenen Mails zu lesen, dann wirkt das meist genauso, wie das Spielen von Musik die absolut nicht zum Thema, oder der aktuellen Stimmung, passt.

Wenn ich an einem Buch schreibe, dann benutze ich eine spezielle Mail-Filter-Konfiguration. Diese gibt mir nur dann ein akustisches Zeichen, wenn Mails von entweder dem Editor beim Verlag oder dem Lektor / der Lektorin eingehen; alle anderen Mails werden nur still empfangen. Auch wenn die meisten Mail-Clients meinen uns den Empfang eines jeden Spam-Mails akustisch mitteilen zu müssen, lassen sie normalerweise auch das Abschalten dieser Funktion zu. Das Ganze gilt natürlich genauso für IRC-Clients, RSS-Reader, usw.

Da auch Dateien die auf der virtuellen Schreibtisch-Oberfläche des Rechners abgelegt sind eine Ablenkung darstellen können, bieten viele Editoren die Möglichkeit an, nur das Schriftstück anzuzeigen, an dem man gerade arbeitet. Unter OS X wären das beispielsweise die Programme Smultron und Scrivener. Da diese Option von immer mehr Programmen angeboten wird, sollte man einfach in der Dokumentation nachsehen, ob das Schreibprogramm der Wahl den Full-Screen-Modus unterstützt. Ich möchte jetzt nicht unbedingt behaupten, dass diese Option ein KO-Kriterium darstellen sollte, aber ich empfinde sie als extrem nützlich.

Kommen wir zu einer Ablenkung, die sich (Achtung jetzt wird’s richtig subjektiv) durch die Wahl des Betriebssystems mehr oder weniger ausschalten lässt: Wörterbücher, bzw. Rechtschreibprüfung. Es geht natürlich um die digitale Variante. Ein Einwand ist natürlich, dass es im Internet genügend Möglichkeiten gibt, die richtige Schreibweise eines Wortes nachzuschlagen. Mein Einwand hierzu ist, dass dadurch die Gefahr einer Ablenkung astronomisch steigt. “Nur mal schnell” einen verführerischen Link in der Wikipedia zu betätigen, kann in mehrstündigen Surf-Sessions ausarten und gehört in den Bereich der Recherche. Ich ziehe daher, da ich mehr als ein Programm zum Schreiben benutze, das systemweite, mehrsprachige Wörterbuch von OS X vor, und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Man kann darauf aus fast jeder Anwendung zugreifen, und damit lohnt sich das
  2. Anpassen des Wörterbuchs an die eigenen Bedürfnisse.

Vor allem Letzteres ist etwas, was viele beim Schreiben vernachlässigen. Egal auf welchem Betriebssystem oder in welcher Software auch immer, wenn das Programm sein Geld wert sein soll, muss es das Erstellen von Benutzerwörterbüchern unterstützen. Dabei ist es völlig egal, ob man einen technischen Artikel oder einen Roman schreibt. Bei Ersterem wird man, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, Ausdrücke benutzen, die im mitgelieferten Wörterbuch nicht vorhanden sind; und bei einem Roman tauchen auf jeden Fall Eigennamen auf, die ebenfalls nicht in der Grundausstattung des Wörterbuchs bedacht wurden. Wir benutzen schliesslich einen Computer um uns das Leben zu erleichtern, und nicht um uns, kurz vor Abgabe / dem Posten, noch auf die Jagd nach Buchstabendrehern zu begeben, oder? Wer sich damit noch nicht beschäftigt hat, sollte auf jeden Fall einmal einen Blick in die Dokumentation der benutzten Software werfen, ob und wie man zusätzliche Begriffe in das Wörterbuch einbinden kann.

Nun kann es allerdings vorkommen, dass man trotz aller Bemühungen irgendwie auf der sprichwörtlichen Leitung steht. Wenn das der Fall sein sollte, sollte man Alternativen in Betracht ziehen.

Weitere Schreibtechniken

Ich habe mit, und jetzt bitte tapfer sein, analogem Schreiben gute Erfahrungen gemachtGenauer gesagt, habe ich so den vollständigen Opener eines Romans auf einer Zugfahrt verfasst. Ich schreibe so schon seit ein paar Jahren und habe später festgestellt, dass Philip Pullman und diverse andere Autoren(innen) genauso verfahren. Analog-Schreiber(innen) sind also keine Seltenheit.. Ja, richtig gelesen. Ich meine das Schreiben mit einem Kugelschreiber auf einem Blatt Papier. Ist der Schock abgeklungen? Geht’s wieder? OK, dann weiter im Text.

Das Schreiben mit Stift und Papier hat für mich folgende Vorteile:

  1. Ich kann weder durch eingehende Mails, noch durch Systemabstürze von meiner Arbeit abgelenkt werden. (Eine Ersatzmine habe ich immer dabei.)
  2. Da ich weiss, dass ich den Text später sowieso in den Computer eingeben werde, konzentriere ich mich auf den Inhalt, statt allzu lange über Formulierungen nachzudenken.
  3. Ich habe keine Möglichkeit, “mal schnell” etwas nachzusehen. (Läuft unter der Kategorie “wenn die Selbstdisziplin nicht will, dann mit brachialer Gewalt”.)
  4. Im Gegensatz zu den meisten Schreibprogrammen kann ich mir auf dem Papier problemlos eine Skizze oder eine Zeichnung als Gedächtnisstütze anfertigen.

Da wir uns gerade auf subjektivem Terrain befinden, noch eine Bemerkung zu den in Deutschland erhältlichen Schreibblöcken: Die Hersteller dieser Schreibblöcke scheinen samt und sonders Sadisten zu sein, die glauben, alle Personen die manuell schreiben wollen gequält werden. Anders ist es nicht zu erklären, warum man in Deutschland keine Schreibblöcke bekommt, deren Grundfarbe Gelb statt Weiss ist. Die gelben Blöcke, in den USA als “Legal Pads” bekannt, sind meiner Meinung nach wesentlich augenschonender als die weissen Reflektoren, die man uns hier zumutet. Wer das nicht glaubt, hat noch nie versucht ein längeres Schriftstück irgendwo in der Sonne zu verfassen. Ich jedenfalls, nutze jede Gelegenheit an die “Legal Pads” zu kommen und bedanke mich daher auch bei meinen vielen “Opfern” für das Besorgen und den Transport (Peter, da bist vor allem Du gemeint, Danke).

Wenn man “analog” schreibt, sollte man sich ein System für die Kennzeichnung von kritischen Textstellen oder Bereichen einfallen lassen, um die spätere Überarbeitung zu erleichtern. Ich werde über mein System in einem der nächsten Posts berichten.

Ein weiterer Vorteil von einem Blatt Papier ist das schnelle Erstellen von so genannten Mindmaps. Ich benutze zwar gerne auch Software dazu, aber auf Papier geht das Ganze manchmal einfach schneller. Anders gesagt, ich benutze das Werkzeug, welches mir für meine aktuelle Stimmung geeigneter scheint. Ein englisches Sprichwort sagt: “If all you got is a hammer, then every problem looks like a nail.” (Wenn man nur einen Hammer hat, dann sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.)

Fazit

Wir sollten uns beim Schreiben einen ganzen Werkzeugkasten, statt nur eines Hammers, zu nutze machen. Und natürlich darauf achten, nicht allzu sehr abgelenkt zu werden.

Ausblick

Diese Reihe wird in lockerer Reihenfolge weitergeführt. Für die nächsten Teile habe ich schon ein paar Ideen, würde mich aber auch über Anregungen, oder Fragen die behandelt werden sollen, freuen.

Technorati Tags: ,