Über Erik, Wortjongleur

Hier geht es um das Schreiben, Literatur und so manch anderes.

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July 2, 2007

Das Schreiben – Kreativität: Aufzucht und Hege (Teil 1)

Achtung dieser Beitrag ist bereits mit dem gleichen Titel hier auf TechNovelty.de publiziert worden. Er erscheint hier aus den genannten Gründen nochmals.

Nachdem die Resonanz auf den Beitrag Tips für Schreiberlinge bei Schreibblockaden nicht den Ruf nach “Steinigung” oder den Begriff “Ketzer” enthielt, sondern vielmehr mit Interesse aufgenommen wurde, hier noch ein paar Tips zum Schreiben. Um die Hinweise etwas “verdaulicher” zu gestalten, kommt das Ganze als Mehrteiler (ohne Werbeunterbrechungen oder Kinotips ;-) )1.

Ein kurzer Einwurf noch: Da nicht alle Tips für alle Leser(innen) gleich interessant sein werden, wird es unter Umständen Redundanzen geben. Diejenigen, die alle Teile mit dem gleichen Interesse lesen, mögen mir das verzeihen. Ich möchte nur verhindern, dass ein, möglicherweise wichtiger, Aspekt in einem grösseren Thema untergeht.

Warum Aufzucht und Hege? Nun ja, erstens bin ich ein grosser Fan von Loriot, und zweitens (wichtiger in diesem Zusammenhang) muss man das Schreiben durch zwei verschiedene Brillen betrachten: Als Kunst und als Profession / Beruf(ung) / usw. Egal welchen Blickwinkel man einnimmt, es hat immer etwas mit Kreativität zu tun, und diese will eben gepflegt und gehegt werden.

Kreativität ist beeinflussbar

Je nach dem, was man zu Schreiben gedenkt, sollte man sich dessen immer bewusst sein.

Musik

Wer neben dem Schreiben Musik hört, oder das Radio laufen lässt, wird das vermutlich schon gemerkt haben. Wenn ich schreibe oder programmiere, dann hat eine eventuelle Berieselung durch Musik einen starken Einfluss. Zum Beispiel: Wenn ich ein Stück wie “Fire Starter” nebenbei laufen lasse2, dann verändert sich nicht nur mein Schreibstil, sondern auch die Art und Weise wie ich Variablen in Programmen benenne und die Kommentare formuliere.

Diese Tatsache können wir aber auch zu unserem Vorteil nutzen. Wenn man sich nicht “danach fühlt” über ein bestimmtes Thema in einem bestimmten (oder vorgegebenen) Stil zu schreiben, sollte man sich einfach eine Sammlung von Musikstücken zusammenstellen, die einen in die richtige Stimmung bringen. Also beispielsweise das angesprochene “Fire Starter” wenn man einen aggressiven Beitrag oder einen flammenden Artikel schreiben möchte (Bitte später nochmal durchlesen und justiziable Formulierungen überdenken); oder etwas ruhiges bzw. beruhigendes, wenn man über ein ernstes Thema schreibt, oder ein sachlicher Schreibstil gefragt sein sollte. Das (audio-)visuelle Wortbeiträge zu meiden sind, versteht sich von selbst.

Man schreibt was man liest, oder das Sprachproblem

Kreativität wird ebenfalls durch das beeinflusst, was man gerade liest. Wer in der Lage ist nach der genüsslichen Lektüre von “Hitchhikers Guide to the Galaxy”, dem “Futorologischen Kongress” oder “Good Omens” einen ernsthaften Text zu verfassen, Gratulation; ich habe da meine Probleme. Umgekehrt würde es mir auch schwerfallen, nach dem Lesen von “Krieg und Frieden” und ähnlich “schwerer” Literatur, einen humoristischen oder satirischen Text zu verfassen.

In meinem Fall, als Zwei-Sprachler, kommt noch erschwerend hinzu, dass die Lektüre von Büchern in Englisch meine deutschen Formulierungen beeinflussen können und umgekehrt. Dieser Zustand bessert sich erst nach dem “early morning tea” (wer meine Freundin oder mich vorher anspricht, muss mit einem wirren Kauderwelsch aus Englisch und Deutsch klarkommen). Wer nicht zweisprachig veranlagt ist, dürfte die Auswirkungen einer Lektüre in einer anderen Sprache noch stärker zu spüren bekommen.

Aber auch diese Auswirkungen lassen sich zu unserem Vorteil nutzen. Wer vorhat Texte in einer bestimmten Richtung zu verfassen, sollte einfach in der Zeit vor dem Schreiben darauf achten, was man liest. Das soll nicht heissen, dass man sich in Bezug auf die Literaturauswahl kasteien muss, sondern nur, dass man die Nebenwirkungen nicht ausser acht lässt.

Fazit

Das was manchmal als Schreibblockade bezeichnet wird, kann auch nur ein ungünstiger Einfluss aus der Umgebung sein. Wir sollten beim Schreiben einfach auf unsere Umgebung achten.

Ausblick

In Teil 2 wird es um weitere Faktoren gehen, die Einfluss auf das kreative Schreiben haben, und die Möglichkeiten damit umzugehen. Wer Fragen, (Themen-)Wünsche, oder Anregungen zum Thema hat, bitte einfach einen Kommentar hinterlassen.

Hier geht es zu Teil 2.

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  1. Man muss ja nicht jeden Blödsinn mitmachen, oder? []
  2. Hier ist die Instrumental-Variante aus WipEout II auf der Playstation gemeint. []

Rubrik(en): Kreativität, Schreiben | No Comments »

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