Eine Einführung und “Ich bin kalt” (Stilblüten im TV)

Ich werde hier in losen Abständen einige der Stilblüten der deutschen Synchro erwähnen und hoffe, dass es den Verantwortlichen in der Zukunft helfen möge.

Nur um eines klarzustellen: Ich habe keine Ahnung warum die- oder derjenige die jeweilige Übersetzung gewählt hat; weiss also nicht, ob es sich einfach um einen Fall von “das Ergebnis entsprach der Bezahlung” handelt oder um einen Verständnisfehler. Um die Unterbezahlten zu schützen erwähne ich weder den Kanal noch die Sendung. OK? Gut, dann ab ins sprichwörtliche Getümmel.

Die heutige Stilblüte ist kein Einzelfall. Nein keine Angst, es handelt sich nicht um “das Ende des Tages”, sonst müllen mich die üblichen Apologeten (eigentlich kein schlechter Filmtitel 😉 ) wieder mit E-Mails zu.

Als ich den Satz ich bin kalt in einer Serie zum ersten Mal gehört habe, musste ich ernsthaft mit dem Getränk, welches ich gerade zu schlucken versuchte, verhandeln, mich am Leben zu lassen.

Was will uns dieser Satz sagen?

  1. Eine verkürzte Variante von “ich bin kaltgemacht worden”? (Eher unwahrscheinlich, die Person war ja in der Lage den Satz von sich zu geben.)
  2. “Mein Gefühlsleben bewegt sich in arktischen Regionen?” (Oder antarktischen Regionen. Political Correctness muss sein.)
  3. Oder eher, “ich habe als Kind den Eiskalten Engel gesehen und habe das von der Mimik her nicht drauf, daher erwähne ich es sicherheitshalber”?
  4. “Mir ist kalt.” Aber bei der Übersetzung von I’m cold ist etwas schiefgegangen?

Wer jetzt auf 4. getippt hat, darf sich eine Fleißkarte ausdrucken (muss allerdings selbst gestaltet werden).

Mir ist nicht wirklich klar, ob es sich um einen Fall von “machen wir’s halt wörtlich” handelt, oder eben einfach um das “Ergebnis entspricht der Bezahlung” Phänomen.

Sei’s drum. So machen auch synchronisierte Filme und Serien Spass, man kann sich ja immer noch die O-Ton-Variante ansehen, wenn die Handlung auf anspruchsvollere Dialoge schliessen lässt.

Comments

  1. Ach ja, über derartige fragwürdige Übersetzungen darf man sich schon gar nicht mehr wundern.
    Ich habe schon in einem Englisch/Japanischen Film mehr verstanden, als in der Übersetzung, in der dann selbst die japanischen Parts plötzlich komplett deutsch waren aber leider nicht viel verständlicher.

  2. Willkommen im Club. Besonders nervig finde ich momentan O-Ton-Ausstrahlungen in NatGeo oder History Channel, bei denen andere Sprachen eigentlich untertitelt waren, die Untertitel aber wegen der komplett deutschen Übersetzung gestrichen wurden. 🙁

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