IMHO: Zeitungen (analog) in einer schnelllebigen Zeit

Robert Basic hat im Beitrag fällt weniger Bäume auf den Artikel Sparen, bis die Leser gehen? in der “Zeit” hingewiesenOder in neu-deutsch verlinkt, bin heute altmodisch drauf. :mrgreen: . Als Wortjongleur muss ich natürlich meinen Senf in 0 und 1 dazugeben.

Was tun, wenn der Mitbewerber einfach zu schnell ist?

Vor diesem Dilemma stehen Zeitungen seit das Internet den universitären Kreisen entfleucht ist. Der geflügelte Satz “Nichts ist älter als die Zeitung von Gestern” hat sich plötzlich in “Nichts ist so alt wie die Zeitung die wir gerade gedruckt haben” verwandelt. Aktuelle Nachrichten und Entwicklungen lassen sich über das Internet einfach direkter begleiten, soll heissen, im Gegensatz zum finiten Stand eines gedruckten Wortes, kann man “online” auf Neuigkeiten (und einhergehende Änderungen derselben) flexibler reagieren.

Was tun, wenn der Mitbewerber Information besser verzahnen kann?

Die bahnbrechende Idee hinter dem “World Wide Web” ist das “verzahnen” verschiedener Informationen in einem wechselnden Kontext. Auch hier ist die analoge ZeitungDespektierlich manchmal auch als “Dead-Tree-Ware” bezeichnet. mit einem Nachteil geschlagen, den sie beim besten Willen nicht beheben kann; es sei denn, man versucht es den Lesern(innen) schmackhaft zu machen, alle älteren Exemplare aufzuheben und verweist auf die entsprechende AusgabeDie Alternative “Auswendiglernen” scheint nicht wirklich praktikabel zu sein, aber hier kann ich mich auch irren..

Logischer Schluss: Auf Alleinstellungsmerkmale konzentrieren

Die Überschrift klingt zwar nach BWL erstes Semester, erste Vorlesung nach dem Einschreiben, aber die Umsetzung lässt erstaunlicherweise – bezogen auf das Zeitungsgeschäft – noch auf sich warten. Ich will hier nicht behaupten, ein Patentrezept zu haben, aber momentan würden mir ein paar Dinge hierzu einfallen (wird auch in dem Artikel zum Teil angesprochen):

  • Qualitativ hochwertige (also gut recherchierte), längere Beiträge lesen sich am Bildschirm doch eher mühsamWer jetzt das Wort E-Book-Reader in irgendeiner Form in den Mund nehmen möchte: Solange mir die Dinger vorschreiben wollen, was ich wo und wann lesen darf, kein Interesse..
  • Eine Zeitung kann man ohne Risiko auch in die Badewanne, in den Biergarten, oder in nicht weiter zu bezeichnende Örtlichkeiten mitnehmen.
  • Weil wir gerade, zumindest zu einem Drittel, im Freien sind. Schonmal versucht eine Mücke oder Wespe mit einem Laptop zu verjagen?
  • Eine Zeitung lässt sich auch im hellsten Sonnenlicht, mit Hilfe einer geeigneten Sonnenbrille, problemlos lesen.
  • Von dem haptischen Erlebnis eine Zeitung (oder auch ein Buch) aufzuschlagen mal ganz zu schweigen.
  • Zeitungen kann man zu zweit oder auch zu mehreren lesen.
  • Wenn man die Zeitung “ausgelesen” hat, kann man sie einem Mitmenschen anbieten.
  • Zumindest mir scheinen die angesprochenen Punkte offensichtlich. Vielleicht liege ich ja total daneben, aber in der Liste müsste sich doch die eine oder andere Idee für eine Werbung finden lassen, oder? Wenn dann der Inhalt auch noch qualitativ in Ordnung ist, sollten sich doch Leser(innen) finden lassen.

    [Meine Kontonummer, für finanzielle Zuwendungen von Zeitungsverlagen, bitte per E-Mail erfragen. 😉 ]

Comments

  1. Was mich täglich wieder aufs neue erstaunt ist die Hartnäckigkeit, mit der gerade die großen Zeitungen darauf bestehen, die Börsenkurse von gestern abzudrucken.

  2. @Chris K.: Na ja, vermutlich für die Investoren, die auf den Herrn Kostolani gehört haben. Er hat einmal gesagt, dass man sein Geld sinnvoll investieren sollte und dann erst einmal abwarten. Dann macht es auch nichts aus, wenn der Börsenkurs einen Tag alt ist (oder 3 nach dem Wochenende). 😉

  3. Nuja, während meines lange zurück liegenden Studiums in München habe ich mal einen Künstler/Bohemian kennengelernt, der eine Zeitung grundsätzlich erst gelesen hat, wenn sie drei Wochen alt war. Das verschaffte ihm den notwendigen Abstand, die Dinge richtig einzuordnen. Eigentlich ein bestechendes Konzept.

  4. @Chris K.: Die Idee hat wirklich etwas für sich, vor allem wenn man bedenkt, wie viele Nachrichten sich in der letzten Zeit als übertrieben herausgestellt haben. Allerdings könnte man die älteren Nachrichten ja nur dann als falsch erkennen, wenn man sich vorher über die aktuelle Nachrichtenlage informiert hat. Es bleibt also problematisch.

    Die, im Beitrag verlinkte, “Zeit” hat den Vorteil, dass sie nur einmal pro Woche erscheint. Man kann bei den Meldungen also davon ausgehen, dass genügend Zeit für Recherchen vorhanden war. Zu dumm, dass ich momentan noch nicht einmal dazukomme eine Wochenzeitung zu lesen. 🙁

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