Literatur-Agenten(innen)?

Literatur-Agenten(innen) sind im deutschen Sprachraum anscheinend noch nicht so verbreitet. Eine kurze Beschreibung des Berufsbildes findet sich hier. Der Link enthält allerdings einen Satz, der meiner Meinung nach nicht ganz richtig ist:

Autoren von Publikumsverlagen lassen sich häufiger von Literaturagenten vertreten als Autoren von Fachbuchverlagen.

Ich habe bei einer schnellen Suche keine Agenten gefunden, die sich mit der Vertretung von Fachbuchautoren(innen) befassen – es könnte sich hierbei allerdings um ein Henne und Ei-Problem handeln. Wenn Agenten(innen) oder Agenturen für Fachbuchautoren(innen) hier mitlesen, bitte melden; ich werde den Beitrag dann ergänzen.

Erstautoren(innen) haben zusätzlich noch das Problem nicht wirklich zu wissen, welche Leistungen ein(e) Agent(in) normalerweise erbringt (siehe auch Tipps für betroffene Autorinnen und Autoren). Im angelsächsischen Raum läuft das Ganze einfach so ab, dass der Agent / die Agentur zwischen 10 und 15% des Honorars für das Buch bekommt, also nur etwas verdient, wenn das Buch erfolgreich vermittelt wurde (und das Buch auch etwas einbringt). Letzteres kann sich für Erstautoren(innen) allerdings auch als Stolperstein erweisen, jeder Agent sucht natürlich den nächsten Dan Brown oder die nächste J. K. Rowling, was auch verständlich ist. Auf was man bei der Suche nach Repräsentation als Autor(in) auch achten sollte, hat die Science Fiction and Fantasy Writers of America, Inc. im Beitrag Warnings and Cautions for Writers – Literary Agents zusammengefasst.

Wer eine(n) wirklich guten Agenten(in) gefunden hat, sollte als Autor(in) aber auch ein “dickes Fell” haben. Warum? Ganz einfach, ein(e) gute(r) Agent(in) weiss, was momentan am literarischen Markt nachgefragt wird und hat eventuell Verbesserungsvorschläge was den Inhalt und / oder die Form des Manuskripts betrifft. Jetzt ganz ruhig durchatmen, ja, im letzten Satz kommt literarisch und Markt zusammen vor. Egal wie altruistisch die Motive eines Verlages auch sein mögen, letztendlich will ein Verleger Geld verdienen. Umgekehrt hat die Marktkenntnis des / der Agenten(in) viele Vorteile für den Autor / die Autorin, man kann zielgerichteter schreiben. Wenn die Agentur einen Stoff für unverkäuflich hält, heisst das ja nicht, dass er es ist. Eventuell ist die Zeit nicht reif für das Thema oder die Agentur hat einfach keine Kontakte zu Verlagen, die sich für das Thema interessieren könnten. Eine gute Agentur wird letzteres dem Autor schon beim ersten Gespräch mitteilen.

Auf pubrants können sich Interessierte genaueres zu Agenturverträgen ansehen: Anatomy Of An Agency Agreement—Part One.

Für Agenturen: Mich würde die Meinung von Agenten(innen) zu diesem Beitrag interessieren, bitte einfach in die Kommentare oder per E-Mail. Danke.

Da das Thema spannend ist, werden weitere Beiträge folgen.

P.S.: Political Correctness hin oder her, würden sich Damen oder Herren beleidigt fühlen, wenn ich mir die “innen” spare? Nur so ein Gedanke.

Comments

  1. Psssst … Ich bin Literatur-Agent! Treffen heute nacht bei Pier 12! Kommen Sie allein.

Trackbacks

  1. […] einen Hinweis in Erics Weblog sind wir auf eine überaus informative Webseite zum Thema Literaturagenten aufmerksam geworden, […]

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