Schreiben: Ist die Rechtschreibprüfung an?
Diesmal ein kurzer Tip. Mir fällt immer wieder auf, dass viele Wortjongleure und -jongleusen die Rechtschreibprüfung ihres Textsystems nicht benutzen. (Ich weiss, ich reite auf dem Thema immer wieder gerne herum, aber das ist mein Blog.) Erstens, es ist gegenüber dem Lektor / der Lektorin äusserst unhöflich, zweitens, man gewöhnt sich auf diese Weise das Falsch-Schreiben an.
Der Tip liegt im letzten Teil des vorherigen Satzes. Man gewöhnt sich unter Umständen eine falsche Schreibweise eines Wortes an. Ich habe mir einen grösseren Teil der “neuen deutschen Rechtschreibung” einfach per Spell-Checker angewöhnt. Warum ich hier “Tip” trotzdem mit einem “p” schreibe? Weil ich es hier kann. Wenn ich mich gleich wieder an mein aktuelles Buchprojekt setze, dann schalte ich den systemweiten Spell-Checker von OS X wieder von meinen angepassten Einstellungen, auf “normal” um (siehe auch Abschnitt “Vermeidbare Ablenkungen” in Das Schreiben: Kreativität: Aufzucht und Hege Teil 2).
Nochmal, der Spell-Checker ist der Freund der Wortjongleusen und -jongleure, wir benutzen ja schliesslich Computer um uns das Leben zu erleichtern, oder?
Rubrik(en): Schreiben | 8 Comments »
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August 31st, 2007 at 2:06 pm
Anno 1980: Jake & Elwood, genannt Blues Brothers, ziehen eine Spur der Verwüstung durch Amerika weil sie in guter Sache im Auftrag des Herrn unterwegs sind. Dabei verbreiten sie vielbeachtetes Liedgut, finden am Schluß aber doch den Richter. Abspann & Amen.
Anno 2007: Erik & Henrik, genannt Grammar Brothers, ziehen eine Spur der grammatischen Verachtung durch die Blogwelt weil sie in guter Sache im Auftrag der Rechtschreibung unterwegs sind. Dabei verbreiten sie vielbeachtetes Textgut, finden am Schluß aber doch ein Gelächter. Carriage Return & Line Feed.
August 31st, 2007 at 2:36 pm
@Rick: Du meinst Hendrik? Ansonsten muss ich mir, ehrlich gesagt, erst was überlegen.
Grammar Brothers, hat irgendwie was.
<– Hab leider keinen Smiley für “dumpfes Grübeln”.
August 31st, 2007 at 4:48 pm
Ja, ich entschuldige mich vor allem bei Hendrik für das fehlende D, das war leider ein Tip(p)fehler *seufz*…
August 31st, 2007 at 5:51 pm
Ich bin mir sicher, dass Hendrik Dir verzeihen wird.
…eine Spur der grammatischen Verachtung… Ich würde mir nie anmaßen, jemanden aus grammatischen Gründen zu verachten. Never, ever. Womöglich würde ich mich sogar in der Initiative “Rettet den allein stehenden Hauptsatz, nieder mit den Kommata” ehrenamtlich engagieren. (Bei dem Slogan ist ist noch einiges an Arbeit nötig.)
August 31st, 2007 at 8:27 pm
Da ist er denn nun auch: der bislang fehlende Teil der drei doofen Zwei… ähm… der Grammar Brothers natürlich.
Ich würde mir – im Gegensatz zu Erik – durchaus anmaßen, jemanden aus grammatikalischen Gründen zu verachten. Auch die Initiative “Rettet den allein stehenden Hauptsatz, nieder mit den Kommata” könnte sich meines Missfallens sicher sein.
Über all diese sprachlichen Verfehlungen sähe ich mit Sicherheit gerne hinweg, wenn ich dafür nur ein einziges Mal mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfte, ohne mit durch den Fleischwolf gedrehter Sprache belästigt zu werden.
In diesem Sinne: “Rap hieß früher Stottern und war heilbar”. Wider den kaputtakustischen Geräuschterror.
P.S.: Mein größter Horror sind übrigens Deppenleerzeichen.
August 31st, 2007 at 9:47 pm
Onkel, ich würde der Initiative ja auch nur beratend zur Seite stehen um sie auf den Nebensatz in ihrem Slogan hinzuweisen.
Das mit dem Deppenleerzeichen klingt interessant, meist Du etwa wie in:
- ein vielversprechender Schauspieler (ohne Deppenleerzeichen)
- ein viel versprechender Schauspieler (mit Deppenleerzeichen und justiziabler Beleidigung eingebaut, aber neue deutsche Rechtschreibung)
Oder habe ich einen neuen, grammatikalischen Trend verpasst?
September 1st, 2007 at 9:15 am
So ähnlich ist das mit den Deppenleerzeichen gemeint. Allerdings bezog ich das bisher immer auf meine besonderen Freunde, die im deutschen so beliebten zusammengesetzten Hauptworte.
Ein Beispiel ohne Deppenleerzeichen:
“Deppenleerzeichen”
Eins mit:
“Deppen Leerzeichen”
Besonders häufig tritt dieses Phänomen übrigens in Headlines bei den deutschen Social-News-Portalen auf (das ist jedenfalls mein Eindruck) und mir läuft jedesmal wieder ein kalter Schauer über den Rücken.
Das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht.
Womit wir beim nächsten Punkt wären: Die Verunstaltung von Sprichworten. Da werde ich wohl bald mal einen eigenen Beitrag zu schreiben.
September 3rd, 2007 at 2:00 pm
Freu mich schon darauf.