Über Erik, Wortjongleur

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September 6, 2007

Zwei Bücher über das Drehbuch-Schreiben

Diesmal geht es um Bücher über die hohe Kunst des Drehbuch-Schreibens. Die folgenden zwei Bücher fand ich sehr interessant:

  1. Zuerst, der obligatorische Klassiker. An Syd Fields Buch Screenplay: The Foundations of Screenwriting. A Step-by-Step Guide from Concept to finished Script[Amazon Partner-Link] (Oder die deutsche Übersetzung Das Drehbuch - Die Grundlagen des Drehbuchschreibens. Schritt für Schritt vom Konzept zum fertigen Drehbuch[Amazon Partner-Link], wer sich damit wohler fühlt.) scheiden sich die Geister. Die einen sagen “wer dieses Buch nicht gelesen hat, sollte erst gar nicht mit dem Drehbuch-Schreiben anfangen”; die anderen verteufeln das Buch als die ultimative Sünde, die man durch die Lektüre eines Werkes begehen kann.

    Meine Meinung zu dem Buch lehnt sich eher an die erste Gruppe an. Ich habe das Buch schon mehrfach mit Vergnügen gelesen1, und finde immer wieder etwas, was ich entweder verdrängt, oder schlicht und ergreifend vergessen habe. Der Untertitel ist keine Übertreibung, in diesem Buch findet sich ein Kapitel oder ein Abschnitt zu allen Aspekten der Drehbuch-Schreiberei. Wer meint, dass sich das 3-Akt-Paradigma2 überholt hat, dem muss ich leider entgegnen: “Um eine Regel brechen zu können, muss ich sie zuerst kennen.” Ausserdem sind die Kapitel über die Entwicklung von Charakteren und Spannungsbögen schon allein ein Grund das Buch zu lesen. Gerade in diesen Punkten benutzt Syd Field Beispiele aus bekannten Filmen, deren Drehbücher man sich sowieso zu Gemüte führen sollte. Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die sich mit dem Schreiben eines Drehbuchs auseinandersetzen wollen.

  2. Über das Buch Vor dem Dreh kommt das Buch. Die hohe Schule des filmischen Erzählens[Amazon Partner-Link] von Michael Schneider (genauer gesagt Dr. phil. Michael Schneider, soviel Zeit muss sein) bin ich eher durch Zufall gestolpert, bin diesem Zufall aber sehr dankbar. Auch in diesem Buch wird die Entwicklung eines Filmstoffs sehr anschaulich beschrieben. Auch hier wird auf das 3-Akt-Paradigma eingegangen (also ist Syd Fields Ansatz anscheinend doch nicht so verwerflich). Ich hatte mir dieses Buch hauptsächlich gekauft, um Unterschiede in den Ansätzen aus der angelsächsischen und der deutschen Herangehensweise zu finden. Diese sind allerdings eher subtil. Auch dieses Buch ist meiner Meinung nach sehr empfehlenswert3.

Das wären meine Tips für Bücher über das Entwickeln eines Filmstoffes und dessen Transformation in ein Drehbuch. Wie immer der Hinweis: Wortjongleusen und -jongleure sollten sich mit allen Aspekten des Schreibens befassen, es gibt immer etwas zu entdecken.

[Diese zwei Bücher sind natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Ich lese gerade ein Buch, welches bei der Entwicklung von Geschichten anscheinend einen leicht anderen Ansatz verfolgt. Demnächst mehr auf diesem Bildschirm. ;) ]


  1. Die englische Ausgabe. []
  2. Setup -> Confrontation -> Resolution (zu deutsch etwa: Einführung -> Konfrontation -> Auflösung) []
  3. Um eines klarzustellen, ich muss mich über den Kauf eines Buches extrem geärgert haben, um einen Verriss zu schreiben. Ich halte es mit “wenn ich nichts gutes über ein Buch zu sagen habe, dann erwähne ich es eben nicht”. Somit stehe ich hinter allen Büchern die auf diesem Blog erwähnt werden, wenn mal ausnahmsweise nicht, ist das klar zu erkennen. []

Rubrik(en): Film und Fernsehen, Schreiben |

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2 Responses to “Zwei Bücher über das Drehbuch-Schreiben”

  1. Chris K. Says:
    September 6th, 2007 at 3:05 pm

    Wer behauptet, das 3-Akt-Paradigma sei überholt, schreibt fürs Feuilleton, aber nicht für die Leinwand oder den Sender. Das 3-Akt-Paradigma funktioniert, und wenn man erfolgsorientiert schreibt, ist eine verläßliche, funktionierende Dramaturgie, an der man sich orientieren kann, der reinste Segen.

  2. EK Says:
    September 6th, 2007 at 3:54 pm

    Sehe ich auch so, deswegen habe ich die zwei Bücher ja empfohlen. BTW: Wenn man sich Pulp Fiction genauer ansieht, dann sind die Handlungsstränge auch nur ein “Mashup” des 3-Akt-Paradigmas, aber einfach genial gescriptet. ;)

    Man sollte auch nicht vergessen, dass Drehbücher ja kein Selbstzweck sind. Irgendwann sollten sie auf Zelluloid gebannt, oder auf eine Festplatte geschrieben, werden. Danach sollten sie den Zuschauern(innen) auch noch gefallen, sonst hat man eventuell einen guten Ruf bei den Kritikern und einen schlechten bei den Produktions-Firmen. Kritiker finanzieren aber keine Filme oder Serien.

    Robert Ringer hat einmal gesagt: “Jeder Gewinner eines Kritiker-Preises, würde diesen sofort gegen einen (Kino-)Kassenschlager eintauschen, wer etwas anderes behauptet, lügt.” My Take: Wenn man will, kann man ja dann mit dem Geld für den Kassenschlager einen Film produzieren, der einem am Herzen liegt. ;)

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